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Das Fliegen

Auch wenn es einige "Direkteinsteiger" sowie Umsteiger von größeren Flugzeugen gibt, so sind viele der Motorschirmflieger und motorisierten Hängegleiterpiloten meist vorher bereits begeisterte Gleitschirm- und/oder Hängegleiterflieger. Ein bezüglich der technischen Mittel einfacheres Fliegen, als dieses motorlose Fliegen, gibt es wohl nicht und so kommt dieses in der Tat "lautlose Fliegen" dem "Traum vom Fliegen", der so viele Menschen bewegt und der sich wohl meist am tatsächlich eher lautlosen Vogelflug orientiert, zweifellos am nähesten.

Warum sich also schlußendlich als Gleitschirm- oder Hängegleiterflieger doch eines Motors bedienen, der neben dem Geräusch schlicht zuvorderst ein zusätzliches Gewicht bedingt, welches, auch wenn eine Startstrecke von ca. 30 m i.d.R. bereits ausreicht, dennoch erstmal "schweißtreibend" ist?

Nun, am besten, wir lassen Piloten selbst "sprechen", lassen uns von Ihrer Motivation erzählen und ermöglichen ihnen uns an ihrer (meist) zusätzlichen Begeisterung des Motorfliegens teilhaben zu lassen:

Eine schöne Zusammenfassung, wie wir meinen, findet sich auf der Powered Paragliding-Seite von Ulrich Prinz. Einige Gründe erschließen sich darüber hinaus auch ohne jeden weiteren Kommentar schlicht beim Durchforsten unserer Galerie. Einige mögen sich auch im Artikel "Wie ein Maikäfer, eine Schildkröte, ein Albatros - Erfahrungsbericht zweier Münchner über die Motorschirmausbildung" im Schlechtfliegermagazin Nr. 6 wiedererkennen und einige zusätzliche Gedanken fügen wir in schlichter Zitatform hier an:

Motorgleitschirm als Motorsegler
Photo: (c) Francis Cormon

Hurra,

bin heute das erste Mal "richtig" mit Motorschirm thermikgeflogen, d.h. Motor aus und dann eben wirklich von Wolke zu Wolke. Sobald der Mot aus ist, ist's doch fast wie Gleitschirmfliegen - und damit so, wie ich's mir auch für den Moschi erhofft hatte, nur, daß das Obenbleiben wegen des höheren Gewichts ein klein bischen schwieriger ist (Thermik war aber stark genug ) Dafür läßt sich aber die erste Thermik auch zielgerichtet anfliegen und ich bin ohne geeigneten Berg und ohne Winde (was mich auch als EWF-Windenfahrer einfach rein praktisch freut!) überhaupt in die Luft gekommen!

Die Startmöglichkeit, der sichere Thermikeinstieg oder die "Thermik-Second-Chance", wenn man sich denn doch schließlich versenkt (leider passiert mir das in jedem Fall viel zu oft), das sind also sicher einige meiner Beweggründe für's "Moschi-Fliegen", wenn man das denn so sehen kann, denn eigentlich flieg ich nach Abschalten des Mot in der "Betriebsart Segelflug" ja Gleitschirm. (Anmerk: Mein "Motorsegeler" wär aber zweifelsohne noch besser, wenn der Mot zuverlässiger wieder anspringen würde. Da arbeite ich dran.)

An zweiter Stelle steht bei mir thermikunabhängiges Streckenfliegen und die Variabilität in der Höhe dabei. Ich zähle dabei die Möglichkeit Wolken zu überhöhen einfach auch mal dazu.

Alles andere sind bei mir, als Moschi-Anfänger nur "Nebeneffekte" - bisher zumindest.

Hallo,

warum gerade dieses lärmende Ding auf meinen Rücken packen?

Viele Jahre habe ich gesagt, das ist nix für mich, ich will Ruhe und die Stille des Thermikfliegens geniessen! Ja und da war es auch schon, das Problem, welches sich nach einigen Jahren geduldigen Wartens an der Winde in der Startreihenfolge nicht mehr übersehen liess: Wenn der Bart gerade in der Nähe der Schleppstrecke stand, war entweder ein Anderer am Seil und startete oder die Chance war gerade durch und man soff wieder einmal ab. Irgendwann sagte ich mir, so kann das nicht weiter gehen. An guten Tagen gefrustet unten stehen und nix zu erreichen oder nur den elend weiten Weg in die Berge zu riskieren.

So kam was kommen musste, ich meldete mich bei einer Motorschirmflugschule an und machte den Moschischein. Plötzlich war das Obenbleiben gar nicht mehr so wichtig, ich konnte es ja so lange haben, wie der Sprit reichte! Natürlich waren die ersten richtigen Flüge immer zwischen 1 und 2 Stunden, bis ich irgendwann innerlich klar kam und mir sagte, Du kannst das so oft Du willst, nun geniesse einfach!

Gestern war auch so ein elender Tag an der Winde. Wind sehr schwach und auch noch fast 90 Grad, Schlepphöhen um die 100-150 Meter. Beste Cumulies am Himmel verteilt und keiner kommt wirklich hoch. Na, zum Glück hatte ich ja meinen geliebten Simo dabei und war mir sicher, dass mit 100 Metern mehr Ausgangshöhe sicherlich der Anschluss zu finden sei.

Gesagt getan ... Nach dem Start bin ich flott auf 200 Meter gestiegen und habe dann schon den 1. Bart erwischt. Nach weiteren 50 Metern im Standgas habe ich den Simo ausgemacht und habe fein in der Thermik aufgekurbelt. Komischerweise war ich nicht mal mehr so heiss wie sonst und habe irgendwann noch einiges vor der Basis den Bart verlassen und hab nur ein bischen den Rundumblick genossen. Nach der Landung sah ich, dass nur 0,5 Liter nötig waren, um den Bart zu erwischen.

Zur Ehrenrettung meiner motorlosen Fliegerfreunde sei noch gesagt, dass wenigstens einer direkt nach mir ebenfalls den Einstieg geschafft hat und aufkurbeln konnte.

Mein Fazit:

Wenn wieder solche sichtbar guten Tage kommen, werde ich mir nicht den ewigen Windenstart antun und stundenlang auf meine Chance warten, sondern den Simo auf den Buckel schnallen und hoch geht's.

Sicher ist das Kurbeln mit dem Zusatzgewicht nicht ganz so bequem und der Schirm ist deutlich agiler über mir, aber das ist es mir dann schon wert.

Über den Wolken

Ohne Berg oder Winde einfach abheben
Photos: (c) Francis Cormon

Abend- oder Herbstflüge haben ihren eigenen Reiz
Photo: (c) Francis Cormon

Genauso liebe ich es, Streckenflüge am Abend in der Gegend zu machen und vorher schon planen zu können, was ich gern sehen und fotographieren möchte. Wer kann denn so etwas schon behaupten, ohne einen Motor dabei zu haben!? Während das saubere Zentrieren und die Konzentration darauf, ja nicht gar ganz aus dem Bart zu fallen, beim motorlosen Thermikfliegen durchaus stressig sein kann, bestimme ICH mit dem Moschi meinen Weg und meine Flugzeit demgegenüber recht entspannt und ohne jeglichen Stress im Flug!

Achja... und falls ich mal beim Thermikkurbeln keinen Anschluss mehr finde, kann ich ja noch auf das Knöpfchen des Anlassers drücken und mich bis nach Hause schieben lassen.

So, wer unter den Flieger sich noch nicht in einem dieser Gedanken wiederfindet, der ist natürlich gerne eingeladen uns seine ganz persönliche Gründe, seine Empfindungen in einem entsprechenden Thread im Forum mitzuteilen. Denjenigen, die noch etwas Inspiration oder Schlechtwetterersatz brauchen, seien die "Themen-Links" unter den Bildern zu den wunderbaren Seiten von Francis Cormon empfohlen.

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